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Was macht eigentlich die Schwarzkiefer im Frühling?

Was macht eigentlich die Schwarzkiefer im Frühling?
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Elisa

Weibliche und männliche Blüten

Wenn im April die Kirschbäume weiß blühen und damit den Erstfrühling verkünden, kümmert sich auch die Schwarzkiefer (Pinus nigra) um ihren Fortbestand: Sie bildet ebenfalls Blüten aus, wenn auch ganz andere, als die Kirschbäume.

Schwarzkiefer Baum

Anpassungsfähige Krone: Wächst die Schwarzkiefer so frei wie hier auf diesem Foto, bildet sie eine ausladende Krone. Umringt von anderen Bäumen zeigt sie hingegen mehr Stamm und eine hoch angesetzte, schmale Krone. Manchmal bildet sie auch gut sichtbare Etagen. (Foto: Flocci Nivis auf Wikipedia)

Die Schwarzkiefer ist einhäusig getrenntgeschlechtlich. Das bedeutet, sie lässt auf demselben Baum sowohl weibliche als auch männlich Blüten wachsen. Die weiblichen Blüten sind winzige Zapfen am Ende der Zweige. Meistens sitzen zwei beieinander. Wenn die Zapfen im Mai und Juni auf die Pollen warten, sind sie feuerrot.

Schwarzkiefer weibliche Zapfen

Weibliche Zapfen: Die leuchtend roten Minizapfen sind etwas klebrig, um den Pollen einzufangen. (Foto: Rudolf Baumann auf Wikipedia)

Die männlichen Blütenzapfen dagegen sehen überhaupt nicht wie typische Zapfen aus. Sie erinnern eher ein wenig an einen Romanesco-Kohl. Da die Schwarzkiefer sichergehen möchte, dass die Bestäubung über den Wind auch erfolgreich ist, produzieren die männlichen Blütenzapfen so viele Pollen, dass diese sich auf Straßen, Autos und in Pfützen als weißgelber Staub niederlassen. "Schwefelregen" wird dieses Phänomen genannt.

Schwarzkiefer männliche Blütenzapfen

Männliche Blütenzapfen: Der Pollenstaub der männlichen Blüten löst leider oft Allergien aus. (Foto: Radio Tonreg auf Wikipedia)

Lange, dünne Nadeln

Während der Sommermonate kümmert sich die Schwarzkiefer vor allem darum, zu wachsen. Der immergrüne Baum schiebt neue Nadeln nach, die bis zu zehn Jahre am Zweig bleiben können. Die Nadeln sind typische Kiefernnadeln: Sie sitzen immer paarweise an einem Kurztrieb und können stattliche 15 Zentimeter lang werden – in etwa so groß wie eine Hand.

Schwarzkiefer Nadeln

Kleine Spiralen: Häufig sind die Nadeln in sich verdreht. (Foto: Zerocool.marko auf Wikipedia)

Fast reife Zapfen

Im September und Oktober reifen die Zapfen heran. Zu Beginn sind sie noch hellgrün, später werden sie braun, so wie wir sie kennen. Doch ihre Schuppen lassen sie noch geschlossen. Denn die Schwarzkiefer behält ihre Zapfen bis zu zwei Jahre am Ast, bevor sie die neue Generation dem Wind anvertraut.

Schwarzkiefer geschlossener reifer Zapfen

Wetterfühlig: Die Zapfen der Schwarzkiefer öffnen sich bei warmem und trockenem Wetter. Damit stellt sie sicher, dass die Samen zu den besten Bedingungen keimen können. Bei Regen schließen sich die Schuppen.(Foto: Zeynel Cebeci auf Wikipedia)

Ein guter Boden für die Samen

An ihren Schirmchen segeln die Schwarzkiefersamen zu neuen Orten. Sie mögen sandigen, sogar steinigen Boden und finden es prima, wenn sie irgendwo die ersten sind. Denn die Schwarzkiefer ist eine Pionierbaumart. Das heißt, sie erobert Brachflächen und bevorzugt viel Licht.

Normalerweise bildet die Schwarzkiefer eine Pfahlwurzel aus, eine senkrechte Hauptwurzel mit kleineren Seitenwurzeln. Doch sie ist extrem anpassungsfähig. Ist der Boden zu felsig, lässt sie zusätzlich Nebenwurzeln wachsen, um sich zu verankern. Überhaupt hält sie sich hervorragend im Boden fest und wächst kerzengerade, weswegen sogar stärkste Windböen sie nur selten umdrücken oder gar entwurzeln können.

Schwarzkiefer Samen

Schwarz-braune Samen: Die abgebildeten Samen sind aus dem Zapfen herausgefallen. Ihr Flugschirm ist bereits abgebrochen. Finden die Schwarzkiefernsamen jetzt ihren Weg in die Erde, beginnen sie zu keimen. Sie tolerieren sogar salzige Böden in Küstennähe. (Foto: Gmihail auf Wikipedia)

Die Schwarzkiefer mags warm, übersteht aber auch extreme Temperaturen von minus 30 bis plus 40 Grad Celsius. Solange sie zumindest einmal im Jahr ordentlich Wasser bekommt, machen ihr Dürremonate im Sommer nichts aus.

Was der Schwarzkiefer allerdings gar nicht gefällt, sind nasse Füße. Mit Staunässe, feuchten Böden oder häufigen Nässeperioden kommt sie gar nicht zurecht.

Am Mittelmeer heimisch, in Europa angepflanzt

Die Vorlieben der Schwarzkiefer für kargen Boden, viel Licht und trockene Sommer erklären sich aus ihrem Ursprungsgebiet: dem Mittelmeerraum. Von Marokko über Spanien, Frankreich und Italien, entlang der Adriaküsten bis nach Griechenland und in die Türkei hinein ist diese Kiefer anzutreffen. Sie wächst sogar in bergigen Regionen, in denen es im Winter viel regnet und im Sommer die Luft flirrt.

In Mitteleuropa wurde sie Mitte des 19. Jahrhunderts gezielt angepflanzt, um Waldstücke aufzuforsten und bestehende Wälder widerstandsfähiger zu machen. In Deutschland gibt es deshalb im Saaletal bei Jena, im nördlichen Baden-Württemberg und in Unterfranken größere Schwarzkiefernwälder. Vereinzelt findest du sie aber auch in Parks und auf Friedhöfen.

Auch in Leipzig kannst du dir Schwarzkiefern anschauen: Ein Expemplar steht im Johannapark zwischen den beiden Teichen und der Edvard-Grieg-Allee. Außerdem findest du ein paar mehr Bäume auf dem Südfriedhof, auf dem Friedhof Kleinzschocher und südlich des Waldsees Lauer, westlich der "Mammutbäume", die bei Google Maps gelistet sind.

Schwarzkiefer Borke Rinde

Rissige, schuppige Borke: Der grauen Borke mit den sehr dunklen Furchen verdankt die Schwarzkiefer ihren Namen. (Foto: Agnieszka Kwiecień auf Wikipedia)

Ein Baum für die Zukunft

Da die Schwarzkiefer so widerstandsfähig ist und mit großen Temperaturschwankungen sowie Dürreperioden zurechtkommt, ist sie potenziell ein Baum für das zukünftige Europa. Denn durch den Klimawandel verändern sich die hiesigen Bedingungen, und wie wir aus den vergangenen Jahren wissen, häufen sich kleinere und größere Brände. Auch dagegen ist die Schwarzkiefer gerüstet. Denn Feuer widersteht sie mit ihrer dicken Borke. Und selbst wenn die Flammen bis hinauf in die Krone klettern: Solange wenigstens ein Drittel ihrer Äste von den Flammen verschont bleibt, überlebt die Schwarzkiefer den Waldbrand.

Brand in einem Schwarzkiefernwald in Portugal

Schützende Borke: Ein Feuer erreicht nur selten das innen liegende Holz der Schwarzkiefer. (Foto: Pfern auf Wikipedia, ein Brand in Portugal)

Übrigens: Manche Kiefernarten überstehen Brände nicht nur, sie brauchen sie sogar! Wie die Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis), eine Verwandte der Schwarzkiefer, die ebenfalls im Mittelmeerraum zu Hause ist. Die Aleppo-Kiefer besitzt serotine Zapfen. Das bedeutet, ihre Zapfen sind fest mit Harz verschlossen und öffnen sich erst, wenn große Hitze bzw. Flammen es schmelzen. Dann platzen sie sprunghaft auf und geben die Samen für die nächste Generation frei. In der Regel warten die reifen Zapfen 50 bis 150 Jahre auf den nächsten Waldbrand. Wenn es endlich soweit ist, fallen die Samen auf nährstoffreichen, aschebedeckten und freigebrannten Boden mit viel Licht, in dem sie die besten Startbedingungen für ein neues Leben vorfinden.

Aleppo-Kiefer Zweig und Nadeln

Aleppo-Kiefer: Die Zapfen der Aleppo-Kiefer springen erst ab 50 bis 60 Grad Celsius auf. Das kann bei einem Brand geschehen oder in einem besonders heißen Sommer. Stirbt allerdings ein Elternbaum, entlässt er seine Samen auch ohne Hitze bzw. Feuer in die Freiheit. (Foto: Krzysztof Ziarnek auf Wikipedia)

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