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Was macht eigentlich das Glühwürmchen im Sommer?

Was macht eigentlich das Glühwürmchen im Sommer?
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Elisa

Glühwürmchenzeit im Auwald

Zwischen Mai und Juli können wir nach Sonnenuntergang ein wundervolles Spektakel beobachten: Im Auwald beginnt es überall zu leuchten – es ist Glühwürmchenzeit.

Der Name „Glühwürmchen“ ist allerdings etwas irreführend. Denn bei diesen Tieren handelt es sich um Käfer statt um Würmer. Genauer gesagt gehören sie zur Familie der Leuchtkäfer (Lampyridae).

Kleiner Leuchtkäfer Männchen

Schwarze Männchen: Die Männchen sehen aus wie typische Käfer. Sie lieben feuchte Wälder, Auen und Flusslandschaften. (Foto: T. Kebert auf Wikipedia)

Warum sagt man Glühwürmchen oder Johanniswürmchen?

„Glühwürmchen“ ist ein sogenannter Volksname oder Trivialname. Solche Namen entstehen regional und umgangssprachlich und werden oft über Generationen weitergegeben. Weil die Weibchen des Kleinen Leuchtkäfers (Lamprohiza splendidula) langgestreckt und larvenähnlich aussehen, hielt man sie früher wohl tatsächlich für kleine „glühende“ Würmer.

Auch der Name „Johanniswürmchen“ ist ein alter Volksname. Er bezieht sich auf die Zeit, in der sie leuchten: rund um den Johannistag am 24. Juni. Besonders in warmen Juninächten sind sie vielerorts gut zu beobachten.

Kleiner Leuchtkäfer Weibchen

Weiß-gelbes Weibchen: Die Weibchen sehen eher wie ein Würmchen aus. Sie ähneln sehr den Larven, da sie stark zurückgebildete Flügeldecken haben. (Foto: Kryp auf Wikipedia)

Ein langes Leben als Larve

Da Glühwürmchen Käfer sind, durchlaufen sie wie all ihre Artgenossen eine vierstufige Metamorphose: Ihr Leben beginnt in einem Ei. Nach etwa einem Monat schlüpfen sie. Danach folgt die Larvenzeit. Ganze 34 Monate lang kriechen sie durch Laub und Moos und schlagen sich den Bauch voll. Ihr Leibgericht sind Schnecken. Während dieser Zeit streifen sie regelmäßig ihre Haut ab, um zu wachsen. Nach der letzten Häutung verpuppen sie sich und ruhen für etwa eine Woche.

Kleiner Leuchtkäfer Larve

Gefräßige Räuber: Die Larven machen Jagd auf kleine Nacktschnecken und Gehäuseschnecken. Dabei verfolgen sie die Schleimspuren, die ihre Beute hinterlässt. Erwachsene Glühwürmchen fressen nicht mehr. (Foto: Francisco Welter-Schultes auf Wikipedia)

Ein kurzes Leben als Käfer

Nach der Metamorphose lassen sich Weibchen und Männchen erstmals unterscheiden. Die Weibchen sehen weiterhin larvenähnlich aus. Sie besitzen keine Flügel und können nicht fliegen. Die Männchen dagegen tragen das typische Käfergewand mit Flügeldecken und unternehmen in warmen Nächten ihre leuchtenden Suchflüge.

Nur etwa eine Woche lang blinken die Kleinen Leuchtkäfer in lauen Sommernächten auf der Suche nach einem Partner. Dabei nehmen sie keine Nahrung mehr zu sich. Sie zehren von den Fettreserven, die sie als Larve angelegt haben. Kurz nach der Paarung und nachdem die Weibchen ihre Eier abgelegt haben, sterben die Tiere. Was für ein kurzes, aber faszinierendes Erwachsenenleben!

Glühwürmchen Lichtspuren

Zauberhafte Lichter: Nur die Männchen der Kleinen Leuchtkäfer fliegen in milden Sommernächten umher. Vor allem zwischen 22 und 23 Uhr sind sie besonders aktiv. (Foto: Martin Myotis auf Wikipedia)

Übrigens: Nicht alle Leuchtkäfer leuchten gleich

In Mitteleuropa kommen neben dem Kleinen Leuchtkäfer auch noch andere Leuchtkäfer-Arten vor. Sie unterscheiden sich vor allem in ihrem Leuchtmuster.

Beim Kleinen Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula) leuchten sowohl die Weibchen als auch die fliegenden Männchen. Die Weibchen sitzen meist am Boden oder in der Vegetation und leuchten dauerhaft grünlich. Die Männchen senden ihr Licht dagegen im Flug aus und blinken eher schwächer und kürzer. Sie fliegen ruhig und kreisend.

Beim Großen Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) leuchten nur die flugunfähigen Weibchen. Sie sitzen auf Pflanzenstängeln und locken mit ihrem Licht die Männchen an. Beim Großen Leuchtkäfer leuchten sogar die Larven und die Puppen, allerdings nur sehr schwach.

Beim Kurzflügel-Leuchtkäfer (Phosphaenus hemipterus) erzeugen ebenfalls nur die Weibchen das bekannte Leuchten. Sie besitzen nur wenige Leuchtpunkte auf dem Körper und erzeugen deshalb nur wenig Licht. Die Männchen können weder leuchten noch fliegen. Sie krabbeln umher und suchen die Weibchen, indem sie sich am Geruch orientieren.

Kleiner Leuchtkäfer Weibchen

Weibliches Licht: Die Weibchen der Kleinen Leuchtkäfer besitzen Leuchtpunkte, die auf ihrem Körper verteilt sitzen. Bei den Männchen sitzen die Leuchtorgane nur am Hinterteil. (Foto: Senzefrau (Michaela Senz) auf Wikipedia)

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