Was macht eigentlich die Gemeine Rosskastanie übers Jahr?
Von der Blüte bis zur Frucht
Im Frühjahr entwickeln sich aus den großen, klebrigen Knospen der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) fingerartige Blätter und weiße Rispenblüten. Jede befruchtete Blüte bringt eine Kastanie hervor. Doch längst nicht alle reifen zu den kugeligen Früchten heran, wie wir sie kennen: Ein Großteil davon wird im Laufe des Jahres aussortiert und fällt als murmelgroße, weichstachelige, unreife Frucht zu Boden.

Weiße Blütenkerzen: Die Kastanie blüht zwischen April und Juni, je nach Standort. (Foto: GoranH auf Pixabay)
Im Herbst sind die Kastanien reif. Groß und glänzend lassen sie sich aus ihrer Fruchthülle herausschälen und für viele praktische Dinge nutzen.

Gut geschützt: Im September und Oktober werden die Kastaniensamen reif. Erst mit 10 bis 15 Jahren bildet eine Kastanie Früchte aus. (Foto: Hans auf Pixabay)
Kastanien nutzen
Die Gemeine Kastanie stammt aus Asien und gehört zu den Seifenbaumgewächsen. Ihre Früchte enthalten sehr viele Saponine (Seifen), weswegen sie sich super zum Wäschewaschen eignen! Kastanienwaschmittel schäumt besonders intensiv. Und wer es das ganze Jahr über nutzen möchte, sollte die Früchte besonders luftig lagern, da sie sonst anfangen, zu schimmeln.

Blätterhände: Das Kastanienblatt erinnert eine eine große Hand. Es besteht aus fünf oder sieben Fiederblättern. (Foto: jhenning auf Pixabay)
Warum die Rosskastanie Rosskastanie heißt
Für Tiere sind Kastanien eine tolle Energiequelle. Bereits die Osmanen fütterten ihre Pferde damit, wodurch die Rosskastanie wohl auch zu ihrem Namen kam.
Für den Menschen ist die Rosskastanie jedoch wegen ihrer Inhaltsstoffe leicht giftig. Wenn man sie isst, kann sie zu Übelkeit und Erbrechen führen. Deswegen Achtung: Essbare Früchte bringt nur die Edelkastanie bzw. Esskastanie (Castanea sativa) hervor.

Starker Baum: Im Alter bekommt die Rosskastanie eine geschuppte Rinde. (Foto: Hans auf Pixabay)
Unliebsamer Gast
Übrigens: Wie du bestimmt schon bemerkt hast, leidet der Baum sehr unter der Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella). Da sie aus dem Balkan eingewandert ist, hat sie hierzulande keine natürlichen Fressfeinde. Betroffen sind nur die weißblühenden Rosskastanien, nicht aber die rotblühenden. Die Mottenlarven überwintern im Laub und schlüpfen dann im darauffolgenden Jahr. Blaumeisen und Kohlmeisen sind dabei, sie sich als Futterquelle zu erschließen. Hoffen wir, dass es ihnen andere Vogelarten nachtun!

Typisches Schadbild: Durch die Miniermotte verfärben sich die Blätter schon vor dem Herbst braun und rollen sich zusammen. (Foto: Bazela auf Pixabay)
Zum Weiterlesen:
- Margot und Roland Spohn: Welcher Baum ist das? KOSMOS Naturführer, Stuttgart 2017
- Kleine Baumschule: Rosskastanie, Uni Münster
- Anleitung: Waschen mit Kastanien, Video der Wilden Kinder
- Gemeine Rosskastanie, Baumkunde mit detailliert dargestellten Bestimmungsmerkmalen
- Rosskastanienminiermotte, Wikipedia
- Edelkastanie, Wikipedia